Gewalt erzeugt Gegengewalt - Politiker als Freiwild - in Tortonto ?

Eine “gesellschaftlichen Konsens der Gewaltfreiheit” hat es nie
gegeben. Dazu müsste man sich ja gesellschaftlich darüber einig
werden, aber ein solcher Prozess hat nie stattgefunden und das
Prinzip der “Gewaltfreiheit” (es gibt ja nicht einmal Konsens was das
genau ist) wurde und wird immer von einzelnen Gruppen oder dem Staat
selbst sabotiert und die Gewaltanwendung eskaliert.
Ja, jeder Staat hat schon immer Anspruch darauf erhoben das
Gewaltmonopol (Polizei, Armee, Geheimdienste etc.) gegenüber seinen
Bürgern zu besitzen. Hier von “Konsens” zu reden ist Nonsens.
Und Gewaltanwendung findet auch nicht im luftleeren Raum statt.
Gerade gegenüber der staatlichen Gewalt und deren Repräsentanten
machen sich Ohnmachtsgefühle breit. Im täglichen Leben erfährt man
die Gewalt von Autoritäten (Lehrer, Vorgesetzte, Verwaltung, Polizei,
schwarze Sheriffs etc.) denen man - scheinbar oder tatsächlich -
ohnmächtig gegenüber steht. Dass dann einzelnen Leuten die Sicherung
durchbrennt ist geradezu zwangläufig.
Natürlich gibt es auch die Sorte von Mensch, die sich in ihrem
Egoismus eingeschränkt fühlen und aus deratigen Motiven gewaltätig
werden.
In allen Fällen kann die Antwort aber nur lauten: mehr Demokratie
wagen - aber echte. Und das zielt auf demokratische Kultur eines
Landes ab.
Ohmachtsgefühlen und Egoismus muss und kann nur dadurch begegnet
werden, indem Autoritäten ihre Macht abgeben und den Menschen muss
ein verbindliches und ehrliches Mitspracherecht zugebilligt und auch
vermittelt(!) werden. Derjenige der sich ohnmächtig fühlt muss
erkennen können, dass er etwas zu sagen hat, dass seine Meinung etwas
zählt. Und der Egoist muss erkennen können, dass er nur eine, seine
persönliche Meinung vertritt, nur eine Stimme bei einer Entscheidung
haben kann und wenn eine demokratische Mehrheit bei einer
Volksabstimmung seine Meinung nicht teilt, dass er das zu akzeptieren
hat.
Echte, direkte Demokratie verspricht keine Gewaltfreiheit, aber sie
führt ein Gleichgewicht der Macht ein, indem jeder Bürger faire und
gleich viel Mitsprachemöglichkeiten bei allen politischen
Entscheidungen hat.
Eine allgemeine Akzeptanz der Demokratie schafft aber die besten
Voraussetzungen, dass eine Gesellschaft möglichst gewaltfrei wird.
Dafür muss man allerdings aktiv etwas für die demokratische Kultur
tun.
Von wenigen Lichtblicken abgesehen, die aber in den Massenmeiden
praktisch totgeschwiegen werden, stehen die Zeichen der Zeit leider
in praktisch jeder o.g. Hinsicht in die andere Richtung und das
erfährt man nicht nur in diesen Tagen. Das einzige was Staat und
Menschen als Antwort auf Gewalt (vom Staat, Gruppen oder einzelnen
Menschen) einfällt ist Gegengewalt und so dreht sich die
Gewaltspirale weiter :-(

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